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Montag, 4. Juni 2012

Flügel


Nichts hilft und da fällt mir ein, ich könnte mir mal eine Dose Red Bull kaufen. Ich denke an den Slogan: Red Bull verleiht Flügel und hoffe, dass da was dran ist, und dann denke ich noch an Demi Moore, die süchtig gewesen sein soll nach dem Energy Drink. Es ist die erste Dose Red Bull in meinem Leben. Deshalb nehme ich nicht Red Bull Sugarfree, weil ich das Original schmecken will. Im ersten Moment wie Brausepulver, dann wie mehrere Bonbonsorten auf einmal, aber so dezent abgerundet, dass man nicht so leicht einen Ekel davor kriegt und wie Demi Moore pro Tag zwanzig bis dreissig der leicht in der Hand liegenden schmalen Dosen austrinken kann. So viel würde ich bestimmt auch brauchen, um einen Energieschub zu verspüren. Nach der einen Dose ist es nur das Gefühl, jetzt wirklich alles getan zu haben gegen meine Lahmheit - und ein Gelüst auf Süsse Mäuse von Haribo habe ich auf einmal. Die leiste ich mir, als ich bei Reichelt überraschend Uliane treffe. Denn sie nutzt die Gelegenheit, um mir ihr Sponsorengeld für Juni zu geben (50 Euro). Die Frage, warum ich sie nie erreiche und sie nicht zurückruft, bleibt unbeantwortet. – Was nicht in Ordnung? Beleidigt wegen irgendwas? – Nein, nein. Ich bin dir nicht böse.  – Warum solltest du mir auch böse sein?  – Alles gut. Nur keine Zeit. Und am Samstag in die Toskana. – Na dann. Mehr als fragen kann ich nicht. Willst du auch ein paar Mäuse haben? – Sie nimmt eine weiße und eine pinke Maus und ich esse fast den ganzen Rest des 200 Gramm-Tüteninhalts. Danach warte ich darauf, dass es mir schlecht wird. Doch die Übelkeit bleibt aus und ich denke: So kriegen sie die Kinder dick. Aber mich nicht. Mit den Mäusen, das war ein einmaliger Exzess. An Red Bull allerdings könnte ich mich gewöhnen. Und wenn ich mich ganz stark darauf konzentriere, verspüre ich jetzt auch einen leichten Energieschub. Der könnte aber auch vom vielen Zucker in den Süssen Mäusen kommen. 

Lade mein Fotoarchiv auf Skydrive hoch. Dabei habe ich dieses noch nicht gezeigte Foto von Uliane gefunden. Im März war das. Aufgenommen in der Joseph-Roth-Diele  nach unserem Besuch der Richter-Ausstellung.



Sonntag, 1. Januar 2012

Montag, 21. November 2011

Unsinnlich

Eine Frau, die nicht alkoholisiert ist, weil sie keinen Alkohol trinkt, macht, was sonst nur Betrunkene machen (oder jemand, der etwas unbedingt will: aber das glaube ich nicht), sie sagt immer wieder das Gleiche: unsinnlich, unsinnlich, unsinnlich, unsinnlich, höre ich sie immer wieder sagen, während sie neben mir steht und sich - ich weiß gar nicht mehr mit wem - unterhält, während ich mich mit einer ihrer besten Freundinnen unterhalte, die mir gerade von Indianern erzählt, die nicht krank werden vom Tabakrauchen. Sie erzählt mir das, weil wir draußen stehen und rauchen. Sie eine Zigarette, eine Indianer-Zigarette, American Spirit. Ich E-Zigarette. Die Frau, die immer das Gleiche sagt, raucht nicht. Sie raucht nur gelegentlich und dann pafft sie nur. Sie hat keine Ahnung vom Rauchen (Herzlichen Glückwunsch!), aber das Rauchen mit der bis auf reines Nikotin schadstoff-freien E-Zigarette findet sie unsinnlich, wie ich sie immer wieder zu ihrem Gesprächspartner sagen höre mit meinem rechten Ohr, während ich ihrer Freundin erzähle, wie froh ich bin, auf das Rauchen mit der E-Zigarette gekommen zu sein und dabei mehr, als ich es sonst getan hätte, betone, dass man die wesentliche Suchtbefriedigung, die mit dem Nikotin, also den entscheidenden Kick durch das Rauchen, weiterhin hat, dass zwar die Schädigung der Atmungsorgane verringert wird, aber dafür das volle Risiko von Gefäßverengung und Koronar- oder Hirninfarkt bestehen bleibt. Doch die Frau rechts neben mir hört das entweder nicht oder es geht ihr nicht ein. Später sagt sie es noch mal, jetzt zu mir, das E-Zigaretterauchen sei unsinnlich. Wegen des Plastikteils, das man dafür benutzt. Ach du liebe Zeit! Wenn es eine sichere Methode wäre, dem Suchtverlangen nach Nikotin zu widerstehen, indem man jedes Mal, wenn es auftritt, sich den Mittelfinger in den Anus steckt und gleichzeitig in eine Trillerpfeife bläst, ich würde es tun. Ist sie so dämlich und oberflächlich und blasiert, dass sie den suchttherapeutischen Effekt nicht erkennt, der sich mit dem Plastikteil erzielen lässt, das so hässlich jetzt auch wieder nicht ist und nur geringfügig weniger qualmt als eine Zigarette. Nein, sie ist nicht dämlich, oberflächlich und blasiert. Es muss einen anderen Grund geben für die Unsinnlichkeits-Bemerkung, die sie zu oft wiederholt hat, um sie für bedeutungslos zu halten. Pars pro toto?  Spricht sie über die E-Zigarette, die ich rauche, und meint mich? Ich sei unsinnlich. Mein Verhalten ihr gegenüber sei unsinnlich? –  Das schließe ich aus. Ich kann mir nicht vorstellen,  dass ihr sinnlich etwas fehlt, was ich ihr geben könnte. – Also meint sie mich: wie ich auftrete, wie ich  mich mitteile? Meint sie den Blog, die Art, wie ich schreibe, die sei unsinnlich?  - Danach kann ich sie fragen. Das werde ich tun. Dann wird sie das vielleicht als überempfindliche Unterstellung von mir lachend zurückweisen. Doch dann sind wir schon beim Thema und wenn es so ist, wie ich es aufgefasst habe, wird sie sich erklären im Laufe des Dialogs. Obwohl sie es eigentlich gar nicht meinte, wird sie mir dann sagen, wie sie es gemeint hat.


Rauchen mit E-Zigarette


Sinan: Händler 

Tabakwaren S. Muslu
Grunewaldstraße 71A/Eisenacherstraße
10823 Berlin
030 7 81 72 49